13 Elektroautos, die sich zu kennen lohnt

Elektroautos auf den Straßen dürften bald die Normalität sein. WIRED stellt 13 Elektrowagen vor, die ihrer Zeit weit voraus waren und sind.

Knatternde Auspuffe und dröhnende Motoren sollen bald der Vergangenheit angehören. Die Zukunft der Mobilität gehört den Elektroautos. WIRED präsentiert euch 13 elektrische Fahrzeuge, die die Geschichte prägten und die Zukunft bestimmen.

In Großstädten lässt sich gerade live beobachten, wie sich das Straßenbild wandelt. Immer öfter sieht man zwischen den klassischen Benzin- und Dieselkarossen ein Elektroauto dahinhuschen. In wenigen Jahrzehnten könnten die E-Fahrzeuge in der Überzahl sein. Spätestens aber, wenn sämtliche Ölfelder ausgeschöpft sind und Treibstoff dadurch zu teuer wird. Erste Nationen haben bereits festgesetzt, in naher Zukunft keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen. Der Autobauer Volvo hat zudem angekündigt, ab 2019 auf reine Benzin- und Dieselantriebe zu verzichten. Ebenso fordern Startups mit neuartigen Elektrofahrzeugen etablierte Autobauer heraus. Die Öffentlichkeit hat von den andauernden Diesel-Skandalen der großen deutschen Autobauer genug.

Beim gerade ablaufenden technologischen Wandel stellen einige Fahrzeuge mehr dar als bloße Fortbewegungsmittel. Manche Autobauer haben mit ihren Entwürfen und Prototypen die technologische Entwicklung bereits frühzeitig vorweggenommen. Sie zeigten schon vor Jahrzehnten, was heute möglich ist. Andere Fahrzeuge etablierten sich als Wegmarke einer sauberen und ökologischen Zukunft. Jedoch wurden sie dann zu Opfern des Beharrungsvermögens einer Branche, die sich vehement gegen einen unabdingbaren Umbruch stellt. Auch so manch aktueller Elektrowagen ist von technologischer, gesellschaftlicher und historischer Bedeutung. Ebenso könnte manch kleiner Stromer dank cleverer Ideen bald zum Game Changer der Mobilitätsindustrie avancieren.

Nissan Leaf
Der japanische Autobauer Nissan experimentiert bereits seit Jahren mit Elektrofahrzeugen. Doch die waren lange eher Achtungserfolge. Der bereits 1997 erschiene R’nessa EV verkaufte lediglich 200 Exemplare und der kompakte Hypermini von 1999 nur 220. Die Pivo-Studien blieben leider nur Konzepte. Aber mit dem Leaf von 2010 wurde das ganz anders. Denn der ist momentan der meistverkaufte Elektrowagen überhaupt. Bis Ende 2016 waren weltweit über 250.000 Nissan Leaf ausgeliefert worden. Das sind 11 Prozent aller Elektroautos.

Das Leaf steht dabei für Leading, Environmentally-Friendly, Affordable, Family Car. Tatsächlich ist der Wagen weder sonderlich futuristisch, noch sportlich oder arg ambitioniert, sondern im höchsten Maße vernünftig. Fast schon langweilig. Der verbaute Elektromotor liefert 108 PS und die Reichweite der aktuellen 2016er-Modelle liegt bei 172 Kilometern. Nissan bietet Käufern im ersten Jahr an, sie kostenfrei abzuschleppen, wenn sie mit dem Wagen liegenbleiben – selbst wenn die leere Batterie selbst verschuldet ist. Aktuell arbeitet Nissan an der nächsten Generation des Leaf, die mit den derzeitigen Werten eines Tesla Model S mithalten soll. Bis 2020 ist auch ein autonom fahrender Leaf möglich.

General Motors EV1
Der General Motors EV1 war aus der Angst geboren. Im Jahr 1990 hatte Kalifornien mit dem Clean Air Act ein Gesetz eingebracht, nach dem bis 1998 zwei Prozent und bis 2003 zehn Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge emissionsfrei sein müssen. Ingenieure bei GM hatten da bereits in Eigeninitiative an einem Elektroauto geforscht. Aus dem Impact getauften Konzeptwagen wurde der EV1. Der hatte einen Elektromotor je Vorderrad, schaffte mit seinen 138 PS ganze 129 Kilometer pro Stunde und – je nach Batterietyp – zwischen 97 bis 225 Kilometer am Stück. Dazu sah er zum Marktstart im Jahre 1996 auffallend avantgardistisch aus. Der EV1 war das erste in Masse produzierte Elektroauto der Moderne, das von einem etablierten Hersteller kam.

Der EV1 wurde allerdings nur via Leasing abgegeben. Als GM 2002 sein Elektroprogramm einstellte und Kalifornien den Clean Air Act fallen ließ, rief der Konzern alle 1120 Wagen zurück. Gegen den Willen der Besitzer. Es gab Demonstrationen und Promifahrer wie Tom Hanks protestierten. Die Rückrufgründe blieben undurchsichtig. Im Dokumentarfilm Warum das Elektroauto sterben musste wird spekuliert, dass GM den Wagen künstlich Mängel andichtete und einen Flop erzwingen wollte. Ohne Software-Sperre läge die Spitzengeschwindigkeit bei über 290 Kilometern pro Stunde. Der EV1 kam laut den Fahrern fast ohne Werkstattbesuche aus. Es gab Nachfrage und Kaufangebote. Heute existieren nur noch wenige EV1, da GM die eingesammelten Wagen konsequent vernichtete.

Tesla Roadster
Gerade erst ist die Produktion von Teslas Model 3 angelaufen. Im September will Tesla dann seinen Elektro-LKW vorstellen und könnte einen ersten echten Blick auf das Model Y gewähren, das 2019 vom Band rollen soll. Der Tesla Roadster ist dagegen heute fast vergessen. Verglichen mit Model S, 3 und X wirkt er nicht mehr sonderlich modern. Viele Aspekte waren aus heutiger Sicht unausgereift und manches gar desaströs. Es gab Rückrufe, oft Reparaturbedarf und Probleme in der Fertigung. Zudem wurde er nur vier Jahre produziert: von 2008 bis 2010 – dann folgte der überarbeitete Roadster 2.5. Aber der kleine Elektrosportler war unglaublich wichtig.

Tatsächlich war der auf Basis des Tzero entwickelte Roadster der erste voll elektrische Serienwagen mit Lithium-Ionen-Akku, der in den USA auf die Straße durfte. Aber vor allem war er der Wagen, der eine breite Masse nicht nur von der Zukunftsfähigkeit des Elektroantriebs überzeugte. Nein, sondern auch davon, dass E-Autos cool sein können. Der Roadster war sportlich, schnell und sah einfach schick aus. Zudem trieben ihn viele Fahrer mit Begeisterung an seine Grenzen und zeigten, was möglich ist. Sie absolvierten mit einer Batterieladung teils Strecken bis zu 500 Kilometer. Nicht zuletzt die Tech-Elite im Silicon Valley machte den Roadster zum stylischen Aushängeschild der Elektroauto-Revolution.

Buddy
Sicherlich, schön geht anders. Auch sonderlich geräumig ist der Buddy nicht. Aber der Kleinstwagen der norwegischen Firma Buddy Electric ist ein kultiger Erfolg – zumindest national. Dazu ist er auch ein echtes Kuriosum. Denn seinen Anfang nahm er als Experiment des dänischen Hochdruckreinigerbauers Knud Erik Westergaard. Der entschloss sich 1988 mit der Firma Kewet gleichnamige Elektroautos zu bauen, die offenbar vom amerikanischen CitiCar inspiriert waren. Diese wurden zunächst in seinem Heimatland und ab 1991 in Nordhausen in der DDR produziert. 1998 ging das Unternehmen jedoch pleite und wurde von norwegischen Geschäftsleuten aufgekauft.

Der Kewet wurde nach der Übernahme modernisiert, umdesigned und fortan in Økern bei Oslo gebaut. Mit Erfolg. 2005 änderte man den Namen in Buddy. Der aktuelle Miniflitzer ist mehrheitlich aus Fiberglas gefertigt und mit einem Elektromotor ausgestattet, dessen 18 PS ihn auf bis zu 80 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Mit seinem Lithium-Ionen-Akku schafft er 150 Kilometer. Damit gibt er ein flinkes Stadtauto ab. Bis 2007 waren fast 20 Prozent aller Elektroautos in Norwegen Buddys. Heute fahren immerhin 1100 Stück auf den norwegischen Straßen. Die könnte es bald abseits der Kabinenroller-Variante auch als Lieferwagen, Cabrio und Pick-up geben.

LRV
Die wohl bekanntesten Elektroautos sind wohl auch die am wenigsten genutzten. Nämlich die Lunar Roving Vehicles – oder auch Moon Buggys. Der amerikanische Konzern General Motors hatte sie 1969 gemeinsam mit Boeing für die NASA entwickelt, um es den Astronauten zu ermöglichen, bei zukünftigen Mondmissionen weite Strecken zurückzulegen. Denn so wenig anstrengend das Gehopse auf dem Mond ausschaut, so unkoordiniert und gefährlich ist es auch. Derzeit stehen drei nahezu identische LRVs auf dem Mond, die Teil der Apollo-15-, 16- und 17-Missionen waren.

In nur 17 Monaten war das Lunar Roving Vehicle unter Leitung des Physikers Ferenc Pavlics konstruiert worden. Es musste für den Transport leicht und platzsparend sein. Daher lässt sich das Chassis zu einem Würfel falten. Insgesamt vier 180-W-Elektromotoren konnten es auf 13 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Wobei die Silberoxid-Zink-Batterie eine Reichweite von knapp über 90 Kilometern ermöglichte. Gesteuert wurde es nicht mit einem Lenkrad, sondern einem Joystick. Dazu gab es zwei Kameras, eine Antenne und ein simples Navigationsgerät aus Gyroskop und Kilometerzähler. Zusammengenommen haben die drei LRVs auf dem Mond lediglich 90,5 Kilometer zurückgelegt.

NIO EP9
Erst drei Jahre gibt es das Auto-Start-up NIO. Das sitzt in Shanghai aber beschäftigt über 2000 Ingenieure, Techniker und Designer rund um die Welt. Bekannt wurde der Fahrzeugbauer dadurch, dass er zuletzt zahlreiche Rekorde brechen konnte. Denn noch im Jahr der Gründung wurde der NIO EP9
vorgestellt, der mit seinen vier Elektromotoren auf über 1360 PS kommt und eine Top-Geschwindigkeit von 313 Stundenkilometern erreicht. Damit ist er langsamer als der 2017 vorgestellte Rimac Concept S.

Allerdings hat sich der NIO EP9 schon auf verschiedenen Rennstrecken bewiesen. Auf dem Circuit of the Americas und dem Shanghai International Circuit hält er derzeit die Spitzenzeiten. Auf der Nordschleife des Nürburgring hat er im Mai 2017 einen neuen Rundenrekord eingefahren. Schneller war dort lediglich der Hybrid-Wagen McLaren P1 LM, der allerdings nicht die volle Runde absolvierte. Insgesamt 16 Exemplare des NIO EP9 soll es geben. Sieben wurden bereits gebaut. Sechs davon wurden schon für jeweils 1,2 Millionen an die Start-up-Investoren von NIO verkauft.

Flocken Elektrowagen
Bislang sind sich Fahrzeughistoriker nicht wirklich sicher, wann, wo oder von wem nun das wirklich erste Elektroauto konstruiert wurde. Denn immer wieder finden sich Hinweise, die den ersten elektrisch getriebenen Wagen noch etwas früher oder genauer in der Geschichte datieren lassen. Zeitweise wurde unter anderem der Erfinder Douglas Neale mit seinem 1897 vorgestellten Neale als Vorreiter gefeiert. Doch bereits in den 1830ern hatte der Schotte Robert Anderson einen Elektrokarren erdacht. Genaue Details sind nicht bekannt. Dennoch wird er weithin als möglicher Erfinder des Elektroautos und unstrittig als technischer Pionier gesehen.

Das erste bekannte Elektroauto, das unserem heutigen Verständnis eines Automobils nahekommt, entstand allerdings 1888 in Deutschland. Der sogenannte Flocken Elektrowagen war von der Maschinenfabrik A. Flocken bei Coburg konstruiert worden. Es war letztlich eine recht kurze Motorkutsche, die eben mit einem Elektromotor über einen Riemen in Bewegung gesetzt wurde. Der elektrische Strom wurde durch erst kurz zuvor entwickelte Bleiakkumulatoren geliefert, die rund 100 Kilogramm wogen. Zeitweise wurde der Name Flocken als Marke für moderne Elektrokleinwagen wiederbelebt. Aber die Pläne für neue Flocken-E-Autos wurden 2016 wieder aufgegeben.

StreetScooter Work

StreetScooter Work
Mitte 2010 hatten die beiden Ingenieure Achim Kampker und Günther Schuh das Aachener Startup StreetScooter gegründet. Ihr Ziel war es, ein einfaches Elektroauto für den Kurzstreckenverkehr zu bauen. Also das ziemliche Gegenteil dessen, was sich unter anderem Telsa zum Ziel gesetzt hat. Heraus kamen dabei zunächst Konzeptstudien wie die Kleinwagenvisionen Compact und C16. Aber letztlich war es der Elektrolieferwagen Work, der überzeugte. Vor allem die Deutsche Post. Denn die kaufte StreetScooter 2014 auf.

Heute werden die Lieferwagen, die zwar lediglich 120 Kilometer pro Stunde schnell und 80 Kilometer pro Batterieladung weit fahren, bereits in Serie gebaut. Fast 3.000 davon sind schon in Deutschland unterwegs. Das aber nicht nur als Zustellfahrzeuge der Post. Auch städtische Betriebe, Landschaftspfleger, Tierheime und Großhändler setzen sie ein. Die Lieferwagen können damit in den kommenden Jahren einen Teil dazu beitragen, die Luft der Städte sauber zu gestalten. Auch weltweit. Denn auch ausländische Liefer- und Transportunternehmen können den Work nun kaufen. Die einstigen StreetScooter-Pläne für einen Kleinwagen gehen übrigens wohl auch noch in Erfüllung. Denn Günther Schuh hat mit e.Go ein weiteres Auto-Startup aufgezogen, das ab 2018 den e.Go Life bauen will.

AMC Amitron
In den 1960er Jahren begann sich die US-Regierung erstmals um Abgase, Smog und teure Öl-Importe zu sorgen. Gesetze zu Förderung elektrisch getriebener Fahrzeuge wurden auf den Weg gebracht. Die heute längst vergessene Autoschmiede American Motors Corporation – kurz AMC – wollte davon profitieren und schob die Entwicklung eines kleinen Konzeptwagens an. Nämlich des 1967 vorgestellten Amitron, der aus heutiger Sicht verblüffend modern und progressiv wirkt. Er sollte vor Dekaden schon bieten, was selbst moderne Elektroautos erst seit wenigen Jahren leisten.

Das Äußere des Amitron war als windschnittige und unfallsichere Kapsel konstruiert, die an einen Smart oder Toyota IQ denken lässt. Angetrieben wurde er von einem Elektromotor, der ihn auf bis zu 80 Kilometer pro Stunde bringen sollte. Je zwei Nickel-Cadmium- und Lithium-Nickel-Akkus versprachen eine Reichweite von 240 Kilometern – mehr als ein Buddy oder Leaf. Eine Nutzbremse sollte zudem Energie zurückgewinnen. AMC hatte die Technologie erprobt und wollte den Wagen binnen fünf Jahren auf den Markt bringen. Allerdings versiegten die Förderprogramme der US-Regierung. Ebenso erwies sich das aufwändige Batteriesystem als schlichtweg zu teuer.

Venturi Buckeye Bullet

Venturi Buckeye Bullet 3.0
Derzeit streiten viele junge Automobilfirmen darum, wer nun das stärkste, schnellste oder einfach krasseste Elektroauto baut. Darunter sind neben dem Rekord-gekrönten NIO mit dem EP9 auch der kroatische Hersteller Rimac mit dem 1384-PS-Monster Concept S und der finnische Entwickler Toroidion mit dem 1MW, der auf bis zu 400 Kilometer pro Stunde kommt. Aber an den Venturi Buckeye Bullet 3.0 werden sie alle nicht so schnell heranreichen. Der hält bereits seit drei Jahren den Rekord als das schnellste und leistungsstärkste Elektroauto überhaupt.

Hinter dem irrsinnigen Vehikel steht der US-Rennfahrer Roger Schroer, der ihn gemeinsam mit der Ohio State University und dem Automobilzulieferer Venturi Automobiles eigens für Rekordfahrten entwickelt hat. Das raketenförmige und ultraflache Fahrzeug verfügt über je einen Elektromotor pro Rad und leistet insgesamt 2100 PS. Gespeist wird der Wagen aus 2000 Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen. Im September 2016 erreichte er bei einer Rekordfahrt in der Salzwürste Utahs eine Geschwindigkeit von 549,4 Kilometern pro Stunde. Theoretisch soll allerdings eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu zu 800 Kilometern pro Stunde möglich sein.

Spark-Renault SRT 01E
Klar, Verbrennungsmotoren sind nicht die Zukunft. Das glauben mittlerweile auch Rennsportveranstalter. Mit der Formel E startete daher Ende 2014 eine professionelle Meisterschaft im Elektrowagenrennen. Hinter der steht der Verband FIA, der auch die Formel 1 ausrichtet. Zum Debüt starteten dabei alle Teams mit dem gleichen Wagen. Nämlich dem Spark-Renault SRT 01E, der optisch wenig von einem Formel-1-Boliden zu unterscheiden ist. Entwickelt wurde der Renner von der Firma Spark Racing Technology – hinter der die Autobauer Renault, McLaren und der Motorsporttechniker Williams stehen.

Der SRT 01E wiegt nur 888 Kilogramm und wird von einem 272-PS-Elektromotor angetrieben – der jedoch für das Rennen herunter geregelt wird. Maximal schafft der Wagen damit 225 Kilometer pro Stunde. Schnell genug, denn die Rennen der Formel E finden auf engen und maximal drei Kilometer langen Stadtkursen statt. Mittlerweile sind auch von den Teams selbst entwickelte oder umgerüstete Fahrzeuge mit dabei. Der SRT 01E hat als Startwagen der Formel E allerdings eine Vorreiterrolle in der Historie des noch recht jungen elektrischen Motorsports.

SION
Noch kann man den SION nicht kaufen. Aber dennoch könnte er eine kleine Revolution oder zumindest clevere Idee darstellen. Denn der Elektrowagen des Münchner Startups Sono Motors macht nicht gleich schlapp, wenn man vergisst, ihn zu laden. Das macht er ganz von selbst – zumindest teilweise. Dafür ist er nämlich mit Solarzellen bestückt, die sowohl in die Türen, die Motorhaube und das Dach eingelassen sind. Damit soll der kleine Kompakte pro Tag ganz nebenbei Strom für 30 Kilometer generieren – die Batterie selbst soll 250 Kilometer stemmen.

Allerdings ist der SION kein Nobelwagen wie ein Tesla Model S und auch kein Supersportler wie der NIO EP9, sondern ein Kleinwagen von der Größe eines Micra. Ein Stadtauto soll er damit sein, das auch dafür ausgelegt ist, geteilt zu werden. Denn via App soll sich der Wagen, wenn er 2019 erscheint, für andere als Car-Sharing-Fahrzeug freigeben lassen – gegen einen selbst gesetzten Preis. Ebenso würde er aber auch als Stromtankstelle für andere Elektrofahrzeuge dienen, die keine Ladesäule finden. Jedenfalls wenn man es per App erlaubt. Dann dürfen andere grüne Autos über einen Stromanschluss die SION-Batterie anzapfen.

RoboCar
Es schaut aus, wie ein Auto aus einem Science-Fiction-Film. Das verwundert wenig, denn gestaltet hat das RoboCar der ehemalige VW-Designer Daniel Simon, der seit Jahren fiktive Fahrzeuge für Filme wie TRON Legacy, Oblivion oder auch Captain America gestaltet. Ein Pilot hat in dem futuristischen Wagen keinen Platz. Braucht er aber auch nicht. Denn bei der Rennliga RoboRace sollen keine Menschen, sondern Künstliche Intelligenzen gegeneinander antreten. Dafür, wer hier gewinnt, ist also nicht die automobile Technik ausschlaggebend, sondern das fahrerische Können der artifiziellen Piloten.

In 2-hour tweetstorm, Trump claims a president’s ‘complete power to pardon’

President goes on 2-hour tweetstorm against media, Clinton, leaks.

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President Donald Trump is pushing for investigations into Hillary Clinton and James Comey. Veuer’s Maria Mercedes Galuppo (@mariamgaluppo) has more.
Buzz60

President Donald Trump, leaves the White House in Washington, July 22, 2017, for a trip to Norfolk, Va., to participate in the commissioning ceremony for the nuclear-powered aircraft carrier USS Gerald R. Ford.(Photo: Manuel Balce Ceneta, AP)

A combative President Trump, reflecting growing pressure from the FBI’s investigation of possible Russian ties to the campaign, issued a tweetstorm on Saturday claiming a president has the “complete power to pardon.”

In his first tweet-o-rama since naming new Communications Director Anthony Scaramucci, Trump also railed against “illegal” leaks from the “Amazon Washington Post,’ which is owned by Amazon founder Jeff Bezos, called for legal action against Hillary Clinton and former FBI director James Comey and declared ObamaCare “dead.”

The 10-tweet blasts over a two-hour period began at 6:33 a.m. with a tweet complaining about an “intelligence leak” from The Washington Post about Attorney General Jeff Sessions regarding the purported contents of his meeting with the Russian ambassador, based on U.S. communication intercepts. Tweets Trump: “These illegal leaks, like Comey’s, must stop!”

While all agree the U. S. President has the complete power to pardon, why think of that when only crime so far is LEAKS against us.FAKE NEWS

He also blasted the “Failing New York Times,” the same newspaper to which he gave an expansive, exclusive interview earlier in the week, for what he said was foiling an attempt to kill Abu Bakr Al-Baghdadi, the head of the Islamic State.

Only one tweet was benign, regarding his planned visit Saturday to Norfolk, Va., to commission the aircraft carrier USS Gerald R. Ford.

So many people are asking why isn’t the A.G. or Special Council looking at the many Hillary Clinton or Comey crimes. 33,000 e-mails deleted?

Most, however, were tied to the investigation of possible collusion between the Trump campaign and Russia, particularly an investigation by Special Counsel Robert Mueller.

A link has been posted to your Facebook feed.

Front and center was a tweet following in the wake of reports by the Times and the Post that his legal team is looking into what a president can legally do regarding pardons for his family, associates and even himself. 

While legal experts say the extent of a president to pardon himself is not clear cut, Trump begs to differ: “While all agree the U.S. President has the complete power to pardon, why think of that when only crime so far is LEAKS against us. FAKE NEWS.”

Also foreshadowing the week ahead, when his son, Donald Trump, Jr., has been invited to meet with a Congressional investigators regarding his meeting with a Russian lawyer, Trump said his son “openly gave his e-mails to the media & authorities whereas Crooked Hillary clinton deleted (& acid washed) her 33,000 e-mails.!”

He also leaned on a familiar device of claiming broad support for his views in saying that, “So many people are asking why isn’t the A.G. or Special Council looking at the many Hillary Clinton or Comey crimes. 33,000 e-mails deleted? “

Finally, with the fate of TrumpCare hanging on a procedural vote Monday in the Senate, Trump finished off the tweet blast by stepping the pressure on the Republicans:

— “The Republican Senators must step up to the plate and, after 7 years, vote to Repeal and Replace. Next, Tax Reform and Infrastructure. WIN!”

Then, this:

— “ObamaCare is dead and the Democrats are obstructionists, no ideas or votes, only obstruction. It is solely up to the 52 Republican Senators!”

 

 

Firefighters gain on California wildfire, some evacuees return

A wildfire in central California was contained enough on Saturday for authorities to consider allowing more people back to their houses, a day after evacuation orders were lifted for a gold rush era town that was previously threatened.

3 Min Read

LOS ANGELES (Reuters) – A wildfire in central California was contained enough on Saturday for authorities to consider allowing more people back to their houses, a day after evacuation orders were lifted for a gold rush era town that was previously threatened.

The Detwiler Fire just outside Yosemite National Park has scorched 75,500 acres (30,550 hectares)and destroyed more than 120 structures, including 60 homes, since it broke out on Monday, according to the California Department of Forestry and Fire Protection (Cal Fire).

The blaze, 40 percent contained as of Saturday afternoon, was named after a road near where it erupted in the foothills of the Sierra Nevada mountains.

The wildfire had forced about 2,000 residents of the historic gold-mining town of Mariposa to flee their homes on Tuesday as it bore down on them.

Authorities have since lifted evacuation orders for the town. On Saturday, more residents were allowed to return home, officials said.

At the same time, the high temperatures this weekend are a concern for the nearly 4,500 firefighters handling the blaze.

“We’ve gotten ahead of the fire enough that we believe we’ll be able to maintain some greater control of it through this hot spell,” said Brandon Vaccaro, a spokesman for Cal Fire.

The fire’s main front is near the communities of Coulterville and Dogtown, north of the larger town of Mariposa.

Vaccaro could not immediately say how many people remain under evacuation orders, but the fire continues to threaten hundreds of buildings.

Yosemite National Park has remained open as the fire has burned near it, but smoke has clouded the views of its world-famous landmarks.

The Detwiler Fire is one of 38 large fires in the U.S. West, according to the website of the National Interagency Fire Center.

One of the largest was the so-called Lodgepole Complex fire in Montana that has burned through about 125,000 acres (50,585 hectares) in a sparsely populated central region of the state. It was zero percent contained as of Saturday afternoon, according to the InciWeb tracking service.

Reporting by Alex Dobuzinskis; Additional reporting by Jon Herskovitz in Austin, Texas; editing by Diane Craft and Richard Pullin

All quotes delayed a minimum of 15 minutes. See here for a complete list of exchanges and delays.

© 2017 Reuters. All Rights Reserved.

Human liver cells seeded in mouse expands 50-fold to functional organoid

Scientists work out the cellular assembly for seeding a whole new organ.

With a carefully constructed clump of cells, mice grew their own functional human liver organoids in a matter of months, researchers report this week in Science Translational Medicine. The cellular organ seeds blossomed in the rodents, expanding 50-fold in that time. They appeared to form complex liver structures, tap into vasculature, and carry out the functions of a normal liver. The critical factor in getting the organoids to take root, the authors report, was having the seed cells arranged just right.

Though the organ seeds are far from any clinical application, researchers are hopeful that they’ll one day be able to engineer larger liver organs to treat patients with liver failure or damage.

As Ars has reported before, researchers have been working hard to generate whole organs from engineered tissue. The problem is always assembly—getting a variety of cell types to neatly arrange into intricate and functional structures while allowing life-sustaining vasculature to permeate the tissue is tough. Researchers have tried everything from printing tissue to stripping the cells off spinach to create beating, leaf-shaped heart tissue.

To grow a liver, researchers led by MIT engineer Sangeeta Bhatia started by carefully designing a cellular scaffold for the organ to grow on. They first got human liver cells (hepatocytes) and connective tissue cells (fibroblasts) to grow together in clumps. Then they used a micro-tissue molding to create ropes endothelial cells, which make up the lining of blood and lymphatic vessels. Last, they carefully assembled rows of the cell clumps in between strands of endothelial chords and held the structure together with a biodegradable hydrogel.

In all, they called the organ starter kit SEED, for “In Situ Expansion of Engineered Devices.”

To test out the SEEDs, the researchers implanted them into the belly fat of healthy mice and mice with a genetic disorder that causes liver damage.  In the healthy mice, the liver seeds didn’t grow very much. But in the rodents with liver damage—which were circulating liver-regenerating growth factors and other molecular signals to repair their damaged liver—the organ SEEDs sprouted.

Eighty days after implantation, there was a 50-fold cellular expansion along the SEED’s scaffold. The liver organoid formed precursor bile ducts and contained clusters of red blood cells, suggesting vasculature formation. The organoid also pumped out standard human liver proteins, including albumin and transferrin.

There’s a lot more work to go before researchers have a human-sized, functional liver, but the team is optimistic. “We believe that this work sets the stage for using SEEDs as an alternative strategy for scale-up of engineered organs, one that uses native developmental, injury, or regenerative signals to expand prefabricated constructs in situ,” they conclude.

Image Credit: Stevens et al., Science Translational Medicine (2017)

Science Translational Medicine, 2017. DOI: 10.1126/scitranslmed.aah5505 (About DOIs).

Israeli measures at al-Aqsa will ‘increase resistance’

New Israeli measures of control will fuel the uprising in the occupied Palestinian territories, experts say.

The new measures of control implemented by Israeli forces in Jerusalem’s Old City after a deadly gun battle will only lead to more attacks and an escalation in violence, analysts say.

The installation of metal detectors and turnstiles at the entrance to al-Aqsa Mosque compound, the site of the attack, has enraged Palestinians, who believe the new measures are an attempt by Israel to change the status quo at the holy site.

WATCH: Three Palestinians killed as protests rage over al-Aqsa (2:13)

For a week, Palestinians have refused to enter the compound through the detectors and have resorted to praying on the streets. Over the weekend, Israeli forces responded to their protest with assaults and beatings. After Friday prayers, three Palestinians were killed and hundreds injured, further aggravating the heightened tensions.

The July 14 attack that killed two Israeli policemen, carried out by three Palestinian citizens of Israel who were shot dead, came in the context of what has been termed the “Jerusalem Intifada (uprising)”, which began in October 2015. 

Since the uprising began, some 277 Palestinians have died in alleged attacks, protests and raids. Simultaneously, 42 Israelis have been killed by Palestinians in car-ramming and knife attacks.

But the new measures at al-Aqsa, taken by Israel to confront such attacks – which are widely seen by Palestinians as legitimate armed resistance to the 50-year occupation – are expected to only feed the cycle of violence, according to those on the ground.

“Israel is restricting freedom of movement through security checks for all Palestinians as a punishment for the action of some individuals,” Zakaria Odeh, director of the Civic Coalition for Palestinian Rights in Jerusalem, told Al Jazeera.

“We believe that this action by the Israeli government will lead to more violence rather than stability. It will increase the protest and resistance of the Palestinians to the Israeli occupation.”

READ MORE: Who are the guardians of al-Aqsa?

Over the past two years, Israel managed to curb the wave of attacks against its forces in the occupied Palestinian territories by increasing its nightly raids of Palestinian towns, embarking on mass arrests, and maximising the number of soldiers in occupied areas. But the perceived quiet has started to crumble with the crisis over al-Aqsa.

Since the metal detectors were installed last Sunday, Palestinians have carried out three alleged attacks against Israeli soldiers. Following Friday’s events, a Palestinian stabbed three Israelis to death at an illegal Israeli settlement in the West Bank.

Nisreen Alayan, a lawyer with the Association for Civil Rights in Israel – East Jerusalem, believes the new measures will only add fuel to the fire. 

“Thousands of Palestinians come in from the West Bank during Ramadan and on Fridays, so the metal detectors will lead to more congestion and more tension and pressure on people,” Alayan told Al Jazeera.

“As we’ve seen in the past, these measures have only led to more attacks and deaths on both sides. In the history of Jerusalem, such measures have never calmed things down,” she added.

Jamal Zahalka, a member of the Israeli Knesset, agreed.

No one can rationally expect that the more than six million Palestinians who currently live in the occupied Palestinian territories will eternally endure dispossession, injustice, denial and humiliation without reacting to the violence they face.

Yara Jalajel, former legal adviser to the Palestinian minister of foreign affairs

“There is no way that tens of thousands of people will be able to enter through such detectors in reasonable time. So that people can enter, you will need long hours to enter – especially at times like Ramadan,” Zahalka told Al Jazeera. “Entry is already difficult through wide gates. So how do you think they would be able to coordinate passage through these detectors one by one?

“It is clear that what Israel is doing is causing popular anger among the Palestinian people in all the places they are present. And I think that this will continue to enrage Palestinians, whether or not that necessarily leads to more armed operations against the occupation,” Zahalka added.

On Wednesday, the Awqaf, the Islamic Authority in charge of the compound, warned that “the longer Israel delays the removal of the metal detectors, the worse it is going to get”.

Israeli authorities closed off the Old City, including al-Aqsa Mosque compound, for two days after the attack, barring anyone except those who lived there from entering. They also forced Palestinian shopkeepers to close their businesses, for the first time since 1969.

While Jordan retains control over the compound itself through the Islamic Waqf that administers the holy site, Israel imposes control on areas outside the compound through its occupation of East Jerusalem, where the Old City lies.

Israel already restricts Palestinian entry to the site through its separation wall, which cuts off the West Bank from Jerusalem. Of the three million Palestinians in the occupied West Bank, only those over a certain age limit are allowed access to Jerusalem on Fridays, while others must apply for a hard-to-obtain permit from Israeli authorities. 

By adding the metal detectors, experts say Israel is further changing the status quo of the holy site and restricting freedom of worship. As an occupying power, Israel is forbidden from doing so under international law.

INFOGRAPHIC: Al-Aqsa and the Old City of Jerusalem

“It is much bigger than the issue of the electronic gates. Everything Israel is doing in East Jerusalem is a clear violation of international law,” said Khalil Shaheen, a Ramallah-based political analyst at the Masarat think-tank.

Under the 1947 United Nations partition plan for Palestine, Jerusalem was meant to be internationally controlled by the UN for its importance to the three monotheistic religions. But Israel claimed the holy city to be its “eternal, undivided capital” after it illegally annexed East Jerusalem in 1967 and extended its law there.

The illegal Israeli control of East Jerusalem, including the Old City, violates several principles under international law, which outlines that an occupying power does not have sovereignty in the territory it occupies.

“In those two days, Israel had full control over al-Haram al-Sharif; it had the keys to the mosque, and now it is taking control over the entry of Palestinians into the site. It is violating the freedom to worship,” Shaheen said.

Yara Jalajel, a former legal adviser to the Palestinian minister of foreign affairs, called the new measures of control discriminatory.

“The measure also limits the exercise of many human rights such as freedom of movement, and access to a place of worship. In consequence, it is safe to conclude that placing these electronic detectors on the entrance of al-Haram al-Sharif entrances is unlawful,” Jalajel said.

The issue of al-Aqsa Mosque compound and Israeli control over it is a red line for Palestinians, as was recently reaffirmed by Palestinian religious leaders – which means that an escalation in violence is not unlikely.

The issue of al-Haram al-Sharif stands as a symbolic, but very strong catalyser of the routine of injustice and oppression that Palestinians in Jerusalem are facing, and that causes a continuous eruption of popular anger and uprisings,” Jalajel said.

“No one can rationally expect that the more than six million Palestinians who currently live in the occupied Palestinian territories will eternally endure dispossession, injustice, denial and humiliation without reacting to the violence they face.”

Source: Al Jazeera

Elon Musk seems to have ditched Red Dragon lander plan for Mars

SpaceX will design a new spacecraft for a mission to the Red Planet, but Musk’s focus may be closer to home as he tweets Hyperloop plans

SpaceX may have just slain the Red Dragon. On 19 July, Elon Musk announced that his company would be redesigning its Mars landing plans and moving away from the previous Red Dragon lander.

Last year, SpaceX announced plans to go to Mars in 2018 using an upgraded, uncrewed Dragon spacecraft, a version of which is already used to deliver cargo to the International Space Station. In February, that plan was delayed to 2020. Now, it seems the Dragon won’t be going to Mars at all.

“There was a time that I thought the Dragon approach to landing on Mars, where you’ve got a base heat shield and side-mounted thrusters, would be the right way to land on Mars,” Musk said at the International Space Station Research and Development Conference in Washington, D.C.

But a thruster-based landing can be difficult for a Martian spacecraft, which faces a greater danger of smashing on the ground than a craft with parachutes. In order to move forward with that plan, SpaceX would have to comply with NASA’s stringent safety requirements. “It would have taken a tremendous amount of effort to qualify that for safety, particularly for crew transport,” he said.

Musk said SpaceX is planning a new, smaller and less expensive spacecraft to replace the Red Dragon, which may be unveiled as soon as September.

It was unclear how Musk planned to pay for the complete development of the Red Dragon, but he has been more transparent about how he plans to raise money for this new endeavor — despite his acknowledgement that it is “super expensive”.

“You make it capable of doing Earth orbit activity as well as Mars activity,” he said. “I think this one’s got a shot of being real on the economic front.”

For now, Musk said that SpaceX will largely focus on completing the crewed version of the standard Dragon capsule. NASA plans to use the Dragon to transport astronauts to the Space Station from American soil, which hasn’t been possible since the end of the space shuttle programme in 2011.

One of Musk’s other endeavors, the Boring Company, is also working on new plans to build fast trains in tunnels underneath major cities. On July 20 he tweeted that he had received approval to build a train tunnel for his Hyperloop — a system of transportation pods propelled through vacuum tubes at up to 1200 kilometres per hour  — from New York to Washington, DC.

Just received verbal govt approval for The Boring Company to build an underground NY-Phil-Balt-DC Hyperloop. NY-DC in 29 mins.

— Elon Musk (@elonmusk) July 20, 2017

That’s not to say he’ll only be focused on Earth-bound projects. “I do think getting good at digging tunnels could be really helpful for Mars,” said Musk.

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Türkei: Steinmeier attackiert Erdoğan

Der türkische Präsident mache “die Reste an Kritik und Opposition” mundtot, sagte der Bundespräsident. Das könne man nicht hinnehmen, es sei eine Frage der Selbstachtung.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Neuausrichtung der Türkei-Politik der Bundesregierung verteidigt und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan angegriffen. “Er versucht nicht nur, das Land auf sich zuzuschneiden, sondern auch die Reste an Kritik und Opposition werden jetzt verfolgt, werden ins Gefängnis gesteckt, werden mundtot gemacht”, sagte Steinmeier laut vorab veröffentlichter Auszüge eines ZDF-Interviews. Er untergrabe die Demokratie. Was in der Türkei passiere, “können wir nicht hinnehmen”, ergänzte der ehemalige Außenminister.

Das sei auch eine “Frage der Selbstachtung” Deutschlands. Das komplette Interview soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Positiv äußerte sich Steinmeier über den offenen Brief, den Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) zuvor an die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland geschrieben hatte. Er könne sich vorstellen, dass bei den drei Millionen Deutschtürken der Schmerz am allergrößten sei, wenn sie beobachteten, dass die Brücken, die von vielen gebaut worden seien, von der Regierung in Ankara abgerissen würden, sagte er. “Das ist wirklich bitter und deswegen war ein Wort an die türkischstämmige Bevölkerung nötig.”

Gabriels Brief erschien in deutscher und türkischer Sprache in der Bild-Zeitung. Darin warb der Außenminister bei den Türken in Deutschland um Verständnis für die härtere Gangart der Bundesregierung gegenüber der Türkei. Die Bundesregierung könne nicht tatenlos zusehen, wenn “unbescholtene deutsche Staatsbürger ins Gefängnis gesteckt” würden, schrieb der SPD-Politiker. Und weiter: “Gleichgültig, wie schwierig die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sind, bleibt für uns klar: Sie, die türkischstämmigen Menschen in Deutschland, gehören zu uns – ob mit oder ohne deutschen Pass”. Die Freundschaft zwischen Deutschen und Türken bezeichnete Gabriel in dem Beitrag als “großen Schatz”.

Gabriel hatte am Donnerstag eine “Neuausrichtung” der Politik gegenüber der türkischen Regierung angekündigt. Das Außenamt verschärfte die Reisehinweise für deutsche Touristen. Zudem sollen staatliche Bürgschaften für Investitionen deutscher Unternehmer in der Türkei überprüft werden. Mit anderen europäischen Partnern will Gabriel über den Fortbestand von EU-Finanzhilfen für den Beitrittskandidaten Türkei beraten. Die Maßnahmen wurden nach der Inhaftierung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner in der Türkei ergriffen.

Princes tell documentary of ‘fun’ childhood with Diana

William and Harry speak candidly for a documentary marking the 20th anniversary of her death.

Prince William and Prince Harry have recalled the “fun” way their mother brought them up saying Princess Diana was a “total kid through and through”.

In an ITV documentary to mark the 20th anniversary of Princess Diana’s death, the princes said she understood the “real life outside of palace walls” and encouraged them to be “naughty”.

They regret their last conversation was a brief phone call on the day she died.

Unpublished photos of the princes with their mother feature in the programme.

Prince Harry and Prince William are seen looking through Diana’s personal album as they talk about how their childhood memories of their mother sat alongside her global image and influence as a campaigner for the homeless, Aids victims, and banning landmines.

Princess Diana was killed in a car crash in Paris on 31 August 1997 when Prince William was 15 and Prince Harry was 12.

Prince William said taking part in the programme initially seemed “quite daunting” but had been “a healing process as well”.

He said they wanted “her legacy to live on in our work and we feel this is an appropriate way of doing that”.

Recalling Princess Diana’s sense of humour, Prince Harry said: “Our mother was a total kid through and through.

“When everybody says to me ‘so she was fun, give us an example’ all I can hear is her laugh in my head.”

He added: “One of her mottos to me was, you know, ‘you can be as naughty as you want, just don’t get caught’.

“She was one of the naughtiest parents. She would come and watch us play football and, you know, smuggle sweets into our socks.”

Prince William said his mother was “very informal and really enjoyed the laughter and the fun”.

She could be “sort of the joker”, he added, and “loved the rudest cards you could imagine”.

He said: “I would be at school and I’d get a card from my mother. Usually she found something, you know, very embarrassing, you know, a very funny card, and then sort of wrote very nice stuff inside.

“But I dared not open it in case the teachers or anyone else in the class had seen it.”

He also talked about the “very funny memory” of coming home from school to find his mother had invited supermodels Cindy Crawford, Christy Turlington and Naomi Campbell to their home in Kensington Palace.

“I was probably a 12 or 13-year-old boy who had posters of them on his wall,” he told Monday’s documentary, Diana, Our Mother: Her Life and Legacy.

“I went bright red, and didn’t know quite what to say and sort of fumbled and I think pretty much fell down the stairs on the way up. I was completely and utterly awestruck.”

The Duke of Cambridge said the last conversation with their mother weighs “quite heavily” on his mind and took place while the brothers were having a “very good time” with their cousins at Balmoral, the Queen’s home in Scotland.

“Harry and I were in a desperate rush to say goodbye, you know ‘see you later’… if I’d known now obviously what was going to happen I wouldn’t have been so blasé about it and everything else,” he said.

Prince William says in the interview he remembers what his mother said – but does not reveal details of the conversation.

Prince Harry said: “It was her speaking from Paris, I can’t really necessarily remember what I said but all I do remember is probably regretting for the rest of my life how short the phone call was.”

Earlier this month, the princes attended a service to re-dedicate their mother’s grave at Althorp House in Northamptonshire, on what would have been her 56th birthday.

Prince Harry said he had only cried twice for his mother – one of the times was at the funeral service at Althorp in 1997.

“So there’s a lot of grief that still needs to be let out,” he said.

Prince William, who was accompanied at the re-dedication service by the Duchess of Cambridge, Prince George and Princess Charlotte, said he keeps the memory of his mother alive for his children by “constantly talking about granny Diana”.

“She’d be a lovely grandmother, she’d absolutely love it, she’d love the children to bits,” he said.

And he joked: “She’d be a nightmare grandmother, absolute nightmare… She’d come, probably at bath time, cause an amazing… scene, bubbles everywhere bath water all over the place and then leave.”

Reflecting on the anniversary of Princess Diana’s death, Prince Harry told ITV: “To myself and William she was just the best mother ever”.

He said: “It has been hard and it will continue to be hard, there’s not a day William and I don’t wish that she was still around and we wonder what kind of mother she would be now, and what kind of a public role she would have and what a difference she would be making.”

The princes have also both agreed to take part in a forthcoming BBC documentary about their mother.

They were were speaking to ITV from their home at Kensington Palace where they will unveil a statue of their mother in its public gardens on the 20th anniversary of her death.

Prince William said: “We won’t be doing this again – we won’t speak as openly or publicly about her again, because we feel hopefully this film will provide the other side from close family friends you might not have heard before, from those who knew her best and from those who want to protect her memory, and want to remind people of the person that she was.”

William and Harry speak candidly for a documentary marking the 20th anniversary of her death.

Trump asserts all agree he has ‘complete power’ to pardon

WASHINGTON (AP) — President Donald Trump said Saturday that he has “complete power” to issue pardons, an assertion that comes amid investigations into Russian interference in last year’s presidential election. It was one of many topics that appeared to occupy the president’s mind as the day broke. On a day when most people are ready to forget about the issues that nagged them during the week, Trump revved up. In an early morning flurry of 10 tweets, he commented about pardons, former presidential rival Hillary Clinton, son Don Jr., health care, the USS Gerald Ford, the attorney general and other issues.

President Donald Trump waves as he boards Air Force One, Saturday, July 22, 2017, in Andrews Air Force Base, Md., en route to Naval Air Station Norfolk, in Norfolk, Va., to attend the commissioning ceremony of the aircraft carrier USS Gerald R. Ford (CVN 78). (AP Photo/Carolyn Kaster)

President Donald Trump, leaves the White House in Washington, Saturday, July 22, 2017, for a trip to Norfolk, Va., to participate in the commissioning ceremony for the nuclear-powered aircraft carrier USS Gerald R. Ford. (AP Photo/Manuel Balce Ceneta)

President Donald Trump waves as he boards Air Force One, Saturday, July 22, 2017, in Andrews Air Force Base, Md., en route to Naval Air Station Norfolk, in Norfolk, Va., to attend the commissioning ceremony of the aircraft carrier USS Gerald R. Ford (CVN 78). (AP Photo/Carolyn Kaster)

President Donald Trump, leaves the White House in Washington, Saturday, July 22, 2017, for a trip to Norfolk, Va., to participate in the commissioning ceremony for the nuclear-powered aircraft carrier USS Gerald R. Ford. (AP Photo/Manuel Balce Ceneta)

WASHINGTON (AP) — President Donald Trump said Saturday that he has “complete power” to issue pardons, an assertion that comes amid investigations into Russian interference in last year’s presidential election. It was one of many topics that appeared to occupy the president’s mind as the day broke.

On a day when most people are ready to forget about the issues that nagged them during the week, Trump revved up. In an early morning flurry of 10 tweets, he commented about pardons, former presidential rival Hillary Clinton, son Don Jr., health care, the USS Gerald Ford, the attorney general and other issues.

Trump said in one of his 10 messages: “While all agree the U. S. President has the complete power to pardon, why think of that when only crime so far is LEAKS against us. FAKE NEWS.”

The Washington Post recently reported that Trump has inquired about the authority he has as president to pardon aides, relatives or even himself in connection with the widening investigation into Russian interference in the election and whether any Trump associates were involved.

The president has long criticized leaks of information about the investigation, and has urged authorities to prosecute leakers.

Trump maintains that no crimes have been committed.

One of Trump’s attorneys, Jay Sekulow, said the president has not discussed the issue of pardons with his outside legal team.

Next week, Trump’s eldest son, Donald Trump Jr.; his son-in-law and White House adviser, Jared Kushner; and Paul Manafort, his former campaign chairman, are scheduled to appear before Senate committees investigating Russian meddling.

Trump defended his son in one of the tweets, saying he “openly gave his e-mails to the media & authorities whereas Crooked Hillary Clinton deleted (& acid washed) her 33,000 e-mails!” Trump’s namesake has become a focus of the investigation after it was revealed that he, Kushner and Manafort met with Russian representatives at Trump Tower in June 2016. Trump Jr. later released email exchanges concerning the meeting on Twitter, after learning that The New York Times was about to publish them.

The FBI investigated Clinton for using a private email server as secretary of state. She turned over thousands of pages of emails to the government, but deleted thousands of others that she said were personal or unrelated to her work as the nation’s top diplomat.

Trump also complained Saturday about a Washington Post report that the Russian ambassador to the U.S. said he discussed election-related issues with Jeff Sessions when the men met during the 2016 presidential race. Sessions, now the attorney general, at the time was a U.S. senator and foreign policy adviser to Trump.

Trump tweeted: “A new INTELLIGENCE LEAK from the Amazon Washington Post,this time against A.G. Jeff Sessions.These illegal leaks, like Comey’s, must stop!”

The Post on Friday cited anonymous U.S. officials who described U.S. intelligence intercepts of Ambassador Sergey Kislyak’s descriptions of his meetings with Sessions.

The Justice Department said Sessions stands by his previous assertion that he never had conversations with Russian officials about any type of interference with the election.

Trump also said “Republican Senators must step up to the plate and, after 7 years, vote to Repeal and Replace” the Obama-era health care law. An effort to advance legislation collapsed in the Senate earlier this week after several Republicans said they wouldn’t vote for the bill.

Trump ended the tweet with “Tax Reform and Infrastructure. WIN!”

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AP Washington Bureau Chief Julie Pace contributed to this report.

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„Valerian“ ist mutiger als „Avatar“, aber Hollywood hätte ihn nie gedreht

Luc Besson produzierte einen Science-Fiction-Film, der auf keiner bisher etablierten Marke basiert. Wieso machten Studios da mit?

Es ist ein kleines Wunder, dass ein so ungewöhnlicher Film wie „Valerian“ überhaupt von Hollywood produziert wurde. Möglich war dies nur durch den Erfolg von „Avatar“ – und weil der französische Regisseur Luc Besson stets den richtigen Mix Avantgarde und Action findet. WIRED besuchte ihn am Set.

Das Raumschiff im Film von Luc Besson sieht seltsam aus. Es steht im Zentrum eines Sets, das vor allem wegen der vielen CGI ein bisschen merkwürdig aussieht: Greenscreens statt Dächer und leuchtende Punkte, die erst noch mit Texturen gefüllt werden müssen

Der Film geht dabei aber einen Schritt weiter, als die meisten CGI-Filme. Seine Charaktere erinnern mehr an die Kostüme aus der experimentellen Space-Oper in Das fünfte Element. Und vermittelt dabei dasselbe Gefühl wie die Gegenüberstellungen von Angst und Gewalt, die Besson bereits in Nikita und Lucy zeigte. Denn das Gefühl des Seltsamen lebt tief in der Seele des Regisseurs. So wie hier auf dem Set von Valerian im Cité du Cinéma, seinem Studiokomplex in Paris. Die haiförmigen Sessel an der Cockpitrückseite stehen zu weit auseinander, mit funkelndem Boden dazwischen. Die Steuerkonsolen haben zwar all die typischen Schalter und Knöpfe, stehen aber unharmonisch in alle Richtungen ab.

Besson, der seine Kamera auf Schauspieler Dane DeHaan lenkt (er spielt Valerian), sieht darin nichts verkehrtes. Ein Meer aus Monitoren zeigt, worauf all die Kameras gerichtet sind. Es braucht einen Moment, bis man sieht: Das Cockpit wird auf dem Bildschirm zu einer glänzenden, schlecht belichteten Weltraumkammer. Es bietet einen flüchtigen Blick in eine weit entfernte und schöne Zukunft. Immer noch Seltsam, aber atemberaubend.

Nachdem er für den Tag mit den Dreharbeiten fertig ist, geht Besson in ein ausladendes Apartment auf den Dächern des Studios. Hier verbringt er sein Zeit außerhalb des Regisseurstuhls.

Auf die Frage, warum das Set sich durch die Kameralinse so stark verändert, zuckt Besson mit den Schultern: „Ja, ich habe das Set so designt“, sagt er. „Die Größe, die Höhe des Dachs, die Tiefe und die Länge der Korridore, wie sie sich krümmen. Aus meiner Perspektive, weil ich weiß, wie ich es drehen will.“ Nach sieben Monaten am Storyboard hat Besson den Film in hunderte Szenen in seinem Kopf zerlegt. Obwohl Valerian an den unterschiedlichsten Orten in der Galaxie spielt, passiert alles in Wirklichkeit auf dem Planeten von Luc Besson.

Luc Bessons Filme strotzen vor Menschen mit unklarer Sexualität

Besson hat seine Karriere auf internationalen Genre-Hits voller Gun-Fu, Explosionen und Schauspielern in faszinierenden Landschaften aufgebaut. Trotzdem fühlen sich seine Filme nicht wie ein Klischée an. Wenn Das fünfte Element im Fernsehen läuft, dann bleiben die Menschen hängen, hören auf zu Zappen. Man schaut den Film zu Ende, weil er Spaß macht und er eine coole Atmosphäre hat – und überraschend unamerikanisch ist. Seine Filme strotzen vor Menschen mit unklarer Sexualität oder Ethnienzugehörigkeit. Bessons Komik arbeitet mit einem exotischen Rhythmus.

Das fünfte Element fühlt sich an wie eine Strandparty auf dem Planeten Ibiza. Lucy schafft es Kampfszenen und Verfolgungsjagden so im dritten Akt zu vermengen, dass 2001: Odyssee im Weltraum wie ein gradliniger Film erscheint. (Keiner der beiden Filme war in den USA ein riesiger Erfolg, aber dafür weltweit.)

Valerian wird noch seltsamer als diese Filme sein. Der französische Comic namens Valérian et Laureline ist nahezu unbekannt in den USA. Dazu kommt eine an Avatar erinnernde Andersartigkeit, die Besson in seinen Film pumpt – mehr als bei all seinen Projekten bisher. Der Film hat visuelle Effekte von Weta (bekannt durch Der Herr der Ringe) und Industrial Light & Magic. Während Das fünfte Element nur knapp 200 CGI-Elemente hatte – darunter das fliegende Auto und das Luxusliner-Raumschiff – sind es bei Valerian um die 2500. Und dazu kommt der seltsamste Fakt von allen: dass der Film überhaupt gemacht wurde.

Abgesehen von einigen Ausnahmen wie Interstellar oder Passengers gibt es mittlerweile keine teuren Science-Fiction-Produktionen mehr, die nicht auf einer bereits etablierten Marke basieren. Das finanzielle Risiko ist zu hoch. Egal, wie groß der Kult um Besson ist, eine Frage bleibt unbeantwortet: Wie zur Hölle ist es ihm gelungen, Valerian zu produzieren?

Wer zynisch ist, könnte sagen, dass Bessons Raumschiff vermutlich abstürzt und einen riesigen Krater in der Rechnung von Hollywood hinterlässt. Luc Besson selbst sieht das natürlich positiver. Sein Ansatz Filme zu machen, angefangen bei der Story bis zur Produktion und wie sie finanziert werden, ist stets voller Überraschungen – so wie die blaue Dame mit Tentakeln, die eine Elektro-Oper singt.

Was französische von amerikanischen Comics unterscheidet ist absonderliche Science-Fiction und Sex

Bessons Begeisterung für das Seltsame fing nicht mit Filmen an. Wie viele Jugendliche weltweit holte er sich stets Mittwochs die neusten Comics. Was die französischen von denen aus Amerika mit ihren Primärfarben und Spandexträger-Helden unterschied, ist, dass sie absonderliche Science-Fiction und Sex zeigten.

Er ging nicht auf die Filmschule. Besson konnte immer wieder Leute überzeugen, ihm Einstiegspositionen als Kabelträger oder Kamerawache zu geben. Sein zweiter Film war eine Hommage an Musicals, Gangster-Filme und dem Paris der 1980er. Durch ihn machte er sich einen Namen als aufstrebender junger Filmregisseur. Im Gegensatz zu den Arthouse-Größen wie Jean-Luc Godard oder FrançoisTruffaut hatten die jungen zeitgenössischen Regisseure, zu denen auch Besson gehörte, etwas für Story und Action übrig. Amerikanische Werte eben, auf die französische Kritiker keinen Wert legen. Sie bezeichneten Bessons Filme als „Cinéma du look“, verballhornten also das Französische, um ihren Unmut zu zeigen. Trotz dieser negativen Reaktionen wollte Besson nicht von seinen Kampfszenen in Urbanen-Ruinen ablassen. Er sah sich nicht als Autor seiner Filme, sondern als „Metteur en Scène“ – als Bühnenregisseur, als Handwerker.

Als Besson an Das fünfte Element arbeitete, holte er sich Hilfe für die Charaktere von Jean Giraud. Einem Produktionsdesigner, der unter dem Pseudonym Moebius die Ästhetik der Science-Fiction-Comics der 70er bestimmt hatte. Und das fliegende Taxi von Bruce Willis ließ er von Jean-Claude Mézières bauen, dem Coautor des Comics Valérian et Laureline – ein Lebensgroßes Modell des Taxies steht heute im kathedralenartigen Eingangsbereich von Cité du Cinéma. Laut Besson sei von Mézières auch die Idee gekommen, den Comic zu verfilmen. „Es gibt zu viele Aliens, Roboter und Raumschiffe. Das ist unmöglich“, hatte Besson ihm damals geantwortet.

Und damit hat Besson in gewisser Weise recht. Die Serie folgt den titelgebenden Charakteren. Sie sind die Weltraumpolizei einer fernen Zukunft an Board einer fliegenden Untertasse. In der ersten Ausgabe des Comics reisen sie zurück in die Vergangenheit, um einen verrückten Wissenschaftler im postapokalyptischen Manhatten zu stoppen. Danach geht es zu einem Hohlplaneten, auf dem Männer einen Krieg gegen Frauen mit galeonsartigen Luftschiffen führen. (Laureline trägt darin einen Kettenbikini.) Keine leichte Aufgabe, das alles in einen einzigen Film zu packen.

Zusammen mit seiner Frau und Produzentin Virgine Besson-Silla hat Besson trotzdem die Rechte am Comic gekauft – vielleicht würde sich ja doch etwas ergeben. Und das tat es: Avatar veränderte die Filmindustrie. Leistungsstarke Computer und viel Geld konnten dafür sorgen, dass alles real wurde. „Plötzlich war nur die Vorstellungskraft das Limit“, sagt Besson.

Kreativität war keine knappe Ressource für ihn. In einem Ringordner füllte Besson hunderte Seiten mit den Biografien von Valerian, Laureline und zahllosen Nebencharakteren. Darin beschrieb er die jahrhundertelange Geschichte von Alpha, eine zwölf Meilen große Weltraumstation auf der 17 Millionen Menschen leben, die meisten von ihnen Aliens.

Besson suchte seine Ideen bei Designern überall auf der Welt, ließ sich über 3500 Kreaturen zeichnen. „Als die Schauspieler ankamen, erhielten sie ein Paket mit all dem als Hausaufgabe“, sagt Besson. „Ehrlich gesagt, wurde nichts davon im Film verwendet. Aber wenn du zu ihnen sagst, dass sie sich im Hauptquartier von Alpha befinden, dann wissen sie genau, was damit gemeint ist.“

Luc Besson tendiert in Richtung Nische und Nerdtum

Science Fiction-, Fantasy-Fans und Filmemacher lieben es, Welten zu erschaffen. George Lucas träumte schon von den Details seines Star-Wars-Universums, bevor er mit den Filmarbeiten begann. J.R.R. Tolkiens Herr-der-Ringe-Bücher sind nicht deshalb so großartig, weil man als Leser all seine Anspielungen versteht, sondern weil die Welt so komplett erscheint.  Aber aus einer kommerziellen Perspektive tendieren diese ganzen Hintergrund-Geschichten die eigentliche Story von Bessons Filmen zu verstopfen. Die New-York-City-Szenen aus Das Fünfte Element kommen vielen Fans deshalb so vollgestopft vor, weil ihnen unter anderem ein 20-seitiges Essay über modulares Wohnen in der Metropole zu Grunde liegt. Das führte auch dazu, dass französische Kritiker Besson vorwarfen, zu amerikanisch zu sein, und amerikanische Zuschauer fanden, er sei ein wenig zu französisch.

Besson tendiert in der Tat in Richtung Nische und Nerdtum. Um zu verstehen warum, braucht man sich nur eine Szene im Film Nikita anschauen. Darin findet eine Auftragsmörderin heraus, dass eine Einladung zum Essen seitens ihres Boss in Wahrheit eine List war, um sie näher an ein Opfer zu führen. „Der Kampf selbst ist gut gemacht, aber das war es”, sagt Besson. „Was ist der große Unterschied? Man fühlt mit ihr. Sie wurde betrogen. Das war die Szene. Die Action ist nur der Anstrich. Was die Action unvergesslich macht, sind die Emotionen.”

Ein anderes Beispiel ist der Film Lucy, in dem Scarlett Johansson eine unscheinbare junge Frau spielt, die Superkräfte bekommt, nachdem sie einer illegalen Droge ausgesetzt wird – am Ende überkommt sie das Menschsein. Was ihn an Lucy besonders interessiere, sagt Besson, sei die Szene der Verfolgungsjagd und der darin liegende Unterschied zwischen einem Polizisten auf der einen Seite, der zu Tode verängstigt ist, und Lucy auf der anderen, die sage: „Wenn man drüber nachdenkt, Leben und Tod. Alles das Selbe. Spielt keine Rolle.“ Es ist eines der Geheimnisse des bessonistischen Genres: Nervenaufreibenden Subtext in Set-Teile einbauen – in Schießereien, Verfolgungsjagden und Weltraumschlachten. „Man erkennt sein sapatte, wie wir in Frankreich sagen”, sagt Produzentin Besson-Silla. „Den Anstrich, den alle seine Filme haben.” 

Damals, noch bevor Buffy und Katniss Everdeen aus The Hunger Games auf den Plan traten, war Besson einer der einzigen Regisseure, in dessen Filmen Frauen die Action-Hauptrolle spielten. Spricht man ihn darauf an, wirkt er vorsichtig: „Ich lasse Frauen und Männern dieselbe Aufmerksamkeit zukommen”, sagt Besson. „Was ich in der Tat mag, ist die Stärke der Frau und die Schwäche des Manns. Ich werde mich an dem Tag für den Terminator interessieren, an dem er beginnt zu weinen, weil er seine Mutter vermisst.”

Das täuscht über eine kompliziertere Wahrheit hinweg. Nikita, The Professional, Das fünfte Element, Johanna von Orleans und Lucy porträtieren keine Frauen als Actionhelden, sondern Frauen, die erst zu Actionhelden werden – normalerweise gegen ihren Willen. Susan Hayward schrieb 1998 in ihrem Buch Luc Besson, Nikita mache ein elaboriertes „Zivilisations“-Ritual durch. Man könnte es mit Pretty Woman vergleichen, nur mit Toten. In Das fünfte Element erschaffen Männer die Heldin Leeloo sprichwörtlich aus einer Gewebeprobe. Die Bösewichte in Lucy setzen die von Johansson gespielte Charakterin ihren Körpersäften aus, indem sie sie zwingen, ihr Drogenkurier zu werden. Sogar wenn Bessons Hauptcharakter eine Frau ist, ihre Verwandlung wird immer von Männern ausgelöst, die sie umgeben.

Es könnte einfach die akademische Überhöhung sein, von der Besson sagt, er ignoriere sie. Abgesehen davon, dass er in einer Beziehung sowohl mit dem Star aus Nikita, Anne Parillaud, als auch mit Milla Jovovich aus Das fünfte Element war. Seine Filme gehen in der Transformation der Filmcharaktere dieser Frauen auf, genauso wie Besson ihre Charaktere im echten Leben transformierte. Viel männlicher kann ein Blickwinkel gar nicht werden.

Das ist ziemlich französisch, dennoch unwiderstehlich. Für Genre-Fans, die sich tatsächlich etwas Subtext in ihrem SciFi wünschen, sind Bessons Filme ein gefundenes Fressen. Deren Storys sind schwerer zu verdauen, als zum Beispiel: Spider-Man ist in Mary Jane verknallt und muss sie retten. Fünf Filme und zwei Spider-Men haben dieses Schema in den vergangenen 15 Jahren ihren Zuschauern erklärt, der sechste Film mit Spider-Man Nummer Drei ist eine angenehme Ausnahme. Ansonsten wird der beruhigende Einheitsbrei gepflegt.

Bessons Filme gehen genau in die andere Richtung, sind ganz und gar nicht beruhigend. Bei einem mittleren Budget und einem Helden mit möglichst wenig Dialog ist das in Ordnung. Bei einem Blockbuster mit unbekanntem Titelhelden, unbekanntem Drehbuch und einem Riesen-Budget? Da kann man den Wind schon John Carter pfeifen hören.

Unbekannter Titelheld mit Riesen-Budget. Wie geht das?

Aber das lässt sich Besson nicht anmerken. Er bekam grünes Licht und die Ressourcen, um seinen bisher größten Film zu drehen – ohne einem großen Studio hinter sich. Wie das gehen soll? Auch das ist kompliziert.

Auf Grund einer US-Gerichtsentscheidung gegen Monopolisierung aus den 1940ern dürfen Studios wie Fox oder Warner Bros keine eigenen Kinos besitzen. Alle anderen Teile des Filmemachens übernehmen sie jedoch selbst – Entwicklung, Übersetzung, Marketing Fernsehrechte und Urheberrechte. Studios bezahlen viel Geld und üben Kontrolle aus.

Dieses System hat sich zu einem Punkt entwickelt, an dem es eine bestimmte Art von Film bevorzugt. „Drei bis sechs 200-Millionen-Dollar-Filme bestimmen, wie gut es einem wichtigen Studio im jeweiligen Jahr geht”, sagt Adam Fogelson,Vorstand bei STX Entertainment. Sein Unternehmen hat gerade einen neuen Deal mit EropaCorp beschlossen, Bessons eigenem Studio und Produktionsfirma. „Alles andere kommt oben drauf.“

Aber wer produziert die günstigeren Filme? Viele Menschen, auf ganz unterschiedliche Weise. Hier ein einfaches Beispiel: Studio-Kofinanzierung. Dazu muss man ein Studio dazu bekommen, einen Teil des Budgets zu übernehmen, den Rest finanziert man über einen privaten Investor. Das sichert das Studio ab, während das Filmprojekt selbst Zugang zu dessen Marketing und Distribution bekommt – auf diesem Wege bekamen die Koproduktionen Birdman und The Revenant das entscheidende Prestige und das nötige Marketing.

Wer die großen Studios ignoriert, für den wird es schwieriger. Für solche Projekte etwa, die normalerweise als „independent“ bezeichnet werden, muss bedacht werden, dass die Produktion selbst nur einen Teil der Kosten verursacht. Dazu kommt Marketing und noch wichtiger: Distribution – man muss den Film zu Hause und international in die Kinos bekommen.

Eine Finanzierungsmethode, die dieses System umgeht, ist Eigenkapitalfinanzierung. Dabei finden die Produzenten Menschen, die bereit sind, in den Film zu investieren, und damit die Produktionskosten zu tragen. Wenn er fertig ist, muss ein Verleiher gefunden werden – etwa bei einem Filmfestival wie Sundance oder Cannes. Oder sie finanzieren den Vertrieb mit mehr Eigenkapital selbst.

Filme dieser Art haben meist ein Budget von unter zehn Millionen Dollar. Nocturnal Animals nutzte das Model genauso wie das aktuelle Projekt von Regisseur Paul Thomas Anderson. Für Filme, die zwischen zehn und 100 Millionen Dollar liegen, gibt es auch die Möglichkeit, den Film an ausländische Verleiher zu verkaufen. Der Produzent präsentiert in diesem Fall den unfertigen Film vor Verleihern aus anderen Ländern. Oft gibt es nur ein Drehbuch, manchmal Bilder, seltener einen Trailer oder eine frühe Version des Films. Am Ende des Pitches unterzeichnet der Verleiher – sofern er den Film mag – einen Vorverkaufsvertrag. Damit verpflichtet er sich, einen Vorschuss an die Produzenten zu zahlen und bei Fertigstellung des Films den Restbetrag zu begleichen.

Diese Verträge gehen oft Hand in Hand mit einem Bankkredit, der den Großteil der Produktionskosten deckt, also 50 bis 80 Prozent. All das bietet einen Anreiz für Kapitalgeber, den Rest beizusteuern. Zusätzlich gibt es vielleicht noch Steuervergünstigungen in dem Land, wo die Dreharbeiten stattfinden.

Vor drei Jahrzehnten war diese Art der Finanzierung noch genau so riskant wie sie klingt und wurde eher für Filme mit abgehalfterten Stars und D-Promis benutzt. Die dann meist direkt auf Video erschienen.

Der Kritikerliebling Loving wurde genau so finanziert. John Wick wurde von Auslandsumsätzen und Eigenkapital getragen. Nach dem Pitch vor den Filmstudios, kaufte Lionsgate die Distributionsrechte. Lionsgate hat wiederum La La Land teilfinanziert. Der Rest wurde von zwei Partnerunternehmen getragen. Brad Pitts Produktionsfirma Plan B entwickelte das Drehbuch zu Oscar-Gewinner Moonlight und tat sich dann mit A24 zusammen, um die Produktion und den Vertrieb zu finanzieren.

Offensichtlich gibt es keine Patentlösung für die Finanzierung von Kunst. Vielmehr hat jedes Studio seine eigenen Kooperationen und Konstellationen. So riskant und willkürlich diese Finanzierungsmodelle auch erscheinen mögen, wenn ein Film zum Hit wird, war es in den Augen der Produzenten schlau.

Besson hat alle diese Modelle durchgespielt – und darüber hinaus. Er drehte Das fünfte Element in England, nachdem das Studio in Frankreich keinen Finanzierungs-Deal zustande brachte. Der Film spielte weltweit 264 Millionen Dollar ein. Trotzdem sperrte sich das französische Studio Gaumont gegen Bessons nächstes Projekt. Also gründete er seine eigene Firma und produzierte 1998 Taxi, der Auftakt zu einer Filmreihe, die 2007 mit T4xi zu Ende ging.

Luc Besson hat den Ruf, seine Filme immer pünktlich abzuliefern und das Budget nicht zu überziehen

Mit dem Geld aus Taxi gründete er EuropaCorp, sein eigenes Studio. Und während er seinen Studiokomlpex Cité du Cinéma aufbaute, schrieb und produzierte er lukrative TV- und Film-Projekte wie Taken und Transporter.

Luc Besson hat die spezielle Fähigkeiten, intensive Actionhits mit wenig Dialog zu produzieren. Er hat den Ruf, seine Filme immer pünktlich abzuliefern und das Budget nicht zu überziehen. Das hat ihm gute über Jahrzehnte anhaltende Beziehungen zu Verleihern (und ihrem Geld) auf der ganzen Welt einbrachte.

EuropaCorp vertreibt seine eigenen Filme in Frankreich und hat Verträge mit internationalen Verleihern für die Finanzierung. 2015 gingen Besson und Besson-Silla nach Cannes, um dort eine Präsentation vor 70 Filmverleihern zu halten – die meisten davon kannte Besson. „Wir kamen mit 80 Zeichnungen. Wir haben ihnen alle Designs gezeigt, ich habe die gesamte Handlung erzählt, sie konnten das Drehbuch lesen und dann ihr Angebot machen”, sagt Besson. „Wir haben an dem Tag fast 80 Millionen Dollar aus Vorverkäufen erhalten.” Schließlich ging der Pitch an Verleiher aus mehr als 100 Ländern.

Valerian mag zwar ein riesiger Sommer-Blockbuster sein, finanziert ist er aber wie ein Indiefilm. Alle Verträge, die Vorverkäufe und Steuervergünstigungen bedeuten, dass Besson nur ein Bruchteil des Risikos trägt. Er musste dafür auch keinem konservativen, markenversessenen Studio einen teuren Science-Fiction-Film mit weitgehend unbekanntem Ausgangsstoff vorstellen.  

Dadurch umgeht Besson noch ein weiteres Risiko: Anmerkungen. Viele, viele Anmerkungen. „Er hat ein Finanzierungsnetz gesponnen, das es ihm erlaubte, den Film ohne – und ich wähle meine Worte mit Bedacht – den Einfluss von großen Studiobossen zu produzieren. Diese hätten, weil sie hohe Summen investiert haben, mit gutem Recht Mitspracherechte eingefordert”, sagt STX-Entertainment-Vorstand Fogelson.

So kam Valerian also zustande. „Wir haben die Freiheit zu tun, was wir wollen, ohne von Finanziers und Marketing-Teams geleitet zu werden”, sagt Besson-Silla. „Weil dann am Ende auch nicht der Film herauskommen würde, den wir machen wollten.”

Dank dieser erfindungsreichen Finanzierungsmaschinerie – abgesehen von immer günstiger werdender Kameratechnik und Spezialeffekten, sowie ein Überangebot an Veröffentlichungswegen – können immer mehr Menschen die Filme machen, die sie wollen. Der chinesische Film The Mermaid ist genau diese Art internationaler Erfolg, der Valerian sein möchte – ganz ohne ein großes US-Studio im Rücken.

Die richtige Arbeit begann, als Valerian in Produktion ging. An einem Morgen musste Cara Delevingne eine Szene mit etwas spielen, was das Publikum später als niedliches meerschweinchengroßes Alien sehen würde. (Ohne Raumanzug diesmal. Sie trägt zur Abwechslung einen Bikini und ein durchsichtiges Strandtuch). In der Raumschiffkulisse, in einem Raum mit Wänden, an denen Kalibrierungspunkte für die CGI angebracht sind, redet Delevingne mit der Kreatur. „Wow, du hast wunderschöne Augen”, sagt sie und hebt es zu ihrem Gesicht. „Hey, ich glaube, jemand versucht hier mit mir zu flirten.” Dann trägt sie den kleinen Kerl zu einer Öffnung in der Wand.

Sieben Jahre wurde „Valerian“ vorbereitet

Mit Besson hinter der Kamera und eine Menge Crew-Mitglieder, die sich in das enge Set drängen, spielt Delevingne die Szene immer und immer wieder. Nicht, weil sie irgendetwas falsch macht, sondern weil das Tier später computeranimiert wird und das Team von Weta mehrere Takes braucht. Delevingne spielt mit leeren Händen in einem leeren Raum. Erst hat sie es mit einem Plüschtier geprobt, dann mit einem echten Kaninchen. Dann gaben ihr die Weta-Leute einer spiegelglatten Kugel mit der Größe eines Tennisballs und schließlich eine mattschwarze Kugel.

Dann spielte sie die Szene noch einmal für den entgegengesetzten Blickwinkel und die Kamera hinter sich. Dann noch ein paar Takes mit einer ihr folgenden Steadycam. Diese Szene scheint nicht besonders interessant, aber so mag es Besson eben. „Die eigentlichen Dreharbeiten waren nur die Bestätigung von all dem, was wir vorher designt hatten”, sagt er. 

Nach Sieben Jahre für Drehbuch und Vorbereitung, 100 Tagen Dreharbeiten und 20 Monaten Postproduktion ist Valerian ein fertiger Film geworden. Er mag zwar relativ einfach zu finanzieren gewesen sein, einfach zu verkaufen ist er nicht. Das Marketing wird wahrscheinlich versuchen, den Film über Bessons frühere Erfolge zu verkaufen – Action-Filme wie Lucy und Das fünfte Element. „Die Leute lieben es, Sachen zu entdecken. Und wenn du es schaffst, es in ein aufregendes aber trotzdem vertrautes Gewand zu hüllen, umso besser”, sagt Fogelson. „Es ist ein riesiges und spaßiges Science-Fiction-Spektakel.”

Wenn es nach den Marketing-Leuten geht, schauen sich Kinogänger eine Ausgabe des Comics Valérian et Laureline an und merken, wie einige Designs und Figuren Star Wars ähneln. Wenn das hilft, die Leute ins Kino zu bekommen, haben sie ihren Job getan.

Besson hat den Film gemacht, den er machen wollte. Valerian wird eine eng-gestricke, wenn auch nicht ganz überzeugende Handlung haben, leicht zu übersetzende Dialoge und einprägsame Bilder und Actionszenen. Egal ob jeder auf der Welt ein Ticket kauft oder alle erst auf die Ausstrahlung im Fernsehen warten – die Infrastruktur bleibt intakt. Filmemacher haben heute viele verschiedene Optionen, Filme zu produzieren. Fox oder Disney sind dabei nur eine von vielen. Und wenn Valerian: Die Stadt der Tausend Planeten es nicht schafft, die Umlaufbahn zu verlassen? Nunja, Besson arbeitet schon an seinem nächsten Drehbuch.